Sportfechten

Auszug:

Das Fechten ist mehr als andere Sportarten in seinen Lernzielen und-inhalten der Tradition verhaftet. Das ist daraus erklärbar, daß Fechten eine lange im bürgerlichen und militärischen Bereich verankerte Tradition hat. Um so erstaunlicher ist es, dass z. B. ein Fechtmeister der 1920-er Jahre Feststellungen macht, die heute noch oder wieder diskutiert werden. E. v. Ciriacy-Wantrup schreibt in seinem Buch „Sportfechten“ dass das Fechten ein Spiegelbild des Charakters sein könne:

„Im Kampf, bei dem vollste Anspannung des Geistes vorhanden ist, bei dem List, Verschlagenheit, Energie, Mut und logisches Denken erforderlich sind, bei dem dauernde Bejahung den Fechter beherrscht, liegt der Charakter offen zutage….Der leicht Erregbare wird diese Eigenschaft in geistloser Brutalität erkennen lassen. Eitelkeit, eingebildetes Wesen, Falschheit und unnoble Denkungsart werden im Kampf doppelt zum Ausdruck kommen“.
Mammy Blue  für Pista

Diese Zeiten sind beim Fechten vorbei, aber nicht beim Reiten

Reiten und Fechten haben vieles gemeinsam, nicht nur dass beide eine lange Tradition im bürgerlichen und militärischen Bereich haben, sondern dass die vermeintliche Harmonie zwischen Reiter und Pferd sehr oft ein erbitterter Zweikampf ist, allerdings bei Ungleichheit der Waffen.

Wenn Gebiss, Sporen, Gerte u. a. wegfallen, ist der Mensch gezwungen, sich mit dem Pferd in einen gleichberechtigten gewaltfreien Dialog zu begeben, da er im Kampf unterlegen wäre, denn das Pferd ist motorisch und sensorisch dem Menschen überlegen. – Die Konsequenz ist:

„Der Mensch muss die Sprache der Pferde erlernen“       What’d I say

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