Gebisslos

Ohne Gebissim Maul ist das Pferd entspannter, denn eine Eisenstange schmeckt keinem Pferd sondern frisches Gras mit Löwenzahn!

Professor Dr. Robert Cook ist ein Pionier in der Erforschung des Pferdegebisses und des gebisslosen Reitens. Der bekannte amerikanischen Universitätsprofessor für Tiermedizin hat sich in jahrzehntelangen Forschungsarbeiten speziell mit den Krankheiten der Atemwege, der Maulhöhle und verschiedenen Verhaltensauffälligkeiten der Reitpferde befasst. Sie führten unumstößlich zu dem Ergebnis, dass ein Fremdkörper aus Eisen im Pferdemaul schädigende Einflüsse auf den Pferdeorganismus und die Pferdepsyche hat und als Kommunikationsmittel mit dem Pferd ungeeignet ist.

Das korrekte Funktionieren des Rachenraumes ist wesentlich für das Leben schlechthin. Es ist die Kreuzung für zwei lebenswichtige Wege; einer für Futter und Wasser, der im Ruhezustand in dem Magen geht und einer für eine steife Brise, die vorwärts und rückwärts in und aus den Lungen strömt, wenn das Pferd in Bewegung ist (Fig 1). Am Maul liegen die Nüstern über dem Eingang zum Rachen (Luftweg über Futterweg) aber im Hals ist das Verhältnis umgekehrt (Futterweg über Luftweg). Der Rachen muss zwei Funktionen erfüllen, entweder Atmen oder Trinken, nicht beide gleichzeitig. Der sprichwörtliche „Trinker des Windes“ sollte nicht, wenn er zweieinhalb tiefe Atemzüge in der Sekunde nimmt (versuche es selbst!), konfrontiert sein mit der Option den durch das Gebiss erzeugten Speichel zu inhalieren von bis zu 50 ml oder 3 Esslöffel voll in der Minute (6 Schluck für uns). Sie können den Speichel entweder schlucken oder inhalieren aber beide Optionen haben ernste Konsequenzen für die Atmung. Wenn sie schlucken, riskieren sie zu ersticken, wenn sie einatmen, beginnen sie zu ertrinken. In der Freiheit wirken anatomische Klappen im Rachen des Pferdes wie eine Eisenbahnschranke. Beim Atmen ist der weiche Gaumen in der „unteren“ Stellung und die Knorpelklappen des Kehlkopfes in der „oberen“ Stellung, in der sie den Luftweg öffnen und den Schlund schließen. Umgekehrt beim Trinken ist der weiche Gaumen in der oberen Stellung und die Knorpelklappen des Kehlkopfes in der unteren Stellung, um den Luftweg zu versperren und den Schlund zu öffnen.

Atmen und Schlucken gleichzeitig  ist ein Konflikt für Pferd wie Mensch

Schon 2001 wurde in der deutschen Pferdezeitung „Pferde Heute“ ein Artikel von Dr. Cook veröffentlicht, der anfangs eine heftige Diskussion entfachte. Von den Befürwortern des Gebissreitens wurde er kurze Zeit später vehement bekämpft bis hin zu persönlichen Diffamierungen „Seine Untersuchen seien nicht wissenschaftlich und sein alleiniges Interesse sei der Verkauf seiner gebisslosen Zäumung „Bitless Bridle Cross Under“. Mittlerweile ist er 89 Jahre alt und immer noch engagiert für das Wohlergehen der Pferde. Seine wissenschaftliche Grundlagenforschung wird teilweise immer noch totgeschwiegen, selbst in Studien und Examensarbeiten, die sich wissenschaftlich nennen. 

Es stellt sich die Frage: Wie ist so etwas in einer „aufgeklärten“ Welt möglich?

Könnte es sein, dass die Reiterschaft sich in einem Engpass zwischen erstarrter Tradition und Kommerz befindet, dass sie die Leistung eines Wissenschaftlers, der seiner Zeit um Meilen voraus ist, erst posthum würdigen kann. Es ist zu befürchten.

Würden sie mit einer Eisenstange im Maul 100 m laufen? …… weiterlesen