Schmerz

Empfehlung für ReiterInnen mit Sporen von Gustav Steinbrecht

Der Schmerz als klassisches Mittel zur Ausbildung des Dressurpferdes

Aus  Gustav Steinbrecht’s „Gymnasium des Pferdes“ , 1884, S. 24 ff.. Der Veterinärmediziner hat über 1000 Pferde seziert und kennt sich in der Anatomie aus!

Der Spornstoß ist die stärkste und nachdrücklichste Einwirkung mit dem Sporn. Er verursacht dem Pferde augenblicklich heftigen Schmerz und erregt außerdem durch die Verletzung der Haut Entzündung und Anschwellung der getroffenen Teile, wodurch deren Empfindlichkeit auf längere Zeit sehr gesteigert wird. ….

– Phlegmatische Pferde und solche, die mit ihren Kräften zurückhalten, werden durch den Spornstoß zu lebhafter Tätigkeit angetrieben, außerdem aber Eigensinn, Widersetzlichkeit und Bosheit damit bestraft. Der Reiter muss den Spornstoß kräftig und entschlossen setzen…..

Der Spornstich dient dazu, dem Pferde den Sporn in lebhafte Erinnerung zu bringen, wenn es sich auf leichte Hilfen der Wade unaufmerksam oder nachlässig zeigt.

Flaches Anlegen des Sporns – diese Hilfe, die ich als drohende Schenkellage bezeichnen will, ist als feinste Spornhilfe zu betrachten…..

Nach den Wadenhilfen ist die nächst leichtere Schenkelhilfe der Kniedruck……

Der Sporn  erzeugt einen stechenden Schmerz, der junge Pferde oft veranlasst, stehen zu bleiben, danach zu schlagen oder sich in anderer Weise dagegen zu wehren. Die Peitsche hingegen wird als natürlichstes Strafmittel von jedem Geschöpf beachtet und ist deshalb das allgemeine und hinreichende Szepter…….

Zum strafenden Gebrauch mit der Gerte eignet sich mehr die Stellung mit gehobener Spitze, da aus ihr der sogenannte Jagdhieb am bequemsten ausgeführt wird, wobei in nachdrücklicher Weise die Rute von rechts nach links um den Leib des Pferdes schwingt. Zuvor muss die Hand bis zur Höhe des Gesichts gehoben, dann der Arm rechts zur Seite gestreckt, und darauf der Hieb aus Schulter- und Handgelenk kräftig und flink ausgeführt werden……..

Darf man dieses Buch unkommentiert empfehlen, wie das von der FN gemacht wird?

Verharmlosend ausgedrückt und die Realität leugnend hört sich das  nämlich so an:

“ In erster Linie ermöglichen die Sporen feinere und präzisere Schenkelhilfen. Erst in zweiter Linie werden sie eingesetzt, um bei Bedarf die Wirksamkeit der Schenkelhilfen zu erhöhen…….“     (Seite 92 Bd 1 FN Grundausbildung für Reiter und Pferd)

Empfohlen werden Sporen „nur“ für sehr gute Reiter !

Rätsel: Wer ist sehr gut?

Die Antwort gibt die Realität: Ein guter Reiter demonstriert sein Können, indem er mit Sporen reitet, der sehr gute fährt danach mit Sporen im Auto nach Hause!

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